Hafengeburtstag in Hamburg

Das Starterfeld

Hapag-Lloyd Kreuzfahrtschiff Hamburg

Die Astor

Hafenpanorama

Viermastbark Sedov

Nachbau einer Hansekogge

Ehemalige Hamburger Staats-Yacht Schaarhörn

Elbpanorama

Segelbark Alexander von Humboldt II

Marathon zu 829. Hafengeburtstag

Am Sonntag hatte Christian Hottas unter seinem Label FEM zu 829. Hafengeburtstag wieder seinen traditionellen Leuchtfeuer Bubendey-Ufer Marathon veranstaltet. Sowohl die Strecke, als auch die Startzeit, war mit 14:00 Uhr so gewählt, dass alle Marathonläufer während des Laufes noch die Auslaufparade bestaunen konnten.
Für mich gestaltete sich die Anreise extrem kurz und kurzweilig. Erst 5 Minuten mit dem Rad von Zuhause zum Anleger Övelgönne/Museumshafen. Dort auf die Fähre der Linie 62 und ganz wichtig, nicht vergessen den Haltewunschknopf zu drücken. Die folgende Haltestelle Bubendey-Ufer ist nämlich eine Bedarfshaltestelle und der Käptn legt nur auf Wunsch an! Also, nach weiteren 5 Minuten Elbfahrt bin ich dann am Treffpunkt, direkt am Anleger.

Das Bubendey-Ufer wurde nach Johann Friedrich Bubendey (1846-1919) benannt. Einst plante er als Wasserbaudirekter den Ausbau der Elbe und des Hamburger Hafens.

Die 15 Dauerläufer machten sich bei herrlichstem Sommerwetter auf die Strecke. Zum Glück hatte ich mich ordentlich mit Sonnencreme eingeschmiert. Bei der Strecke handelt es sich um eine doppelte Wendepunktstrecke, bei der der Start-/Ziel-/Verpflegungspunkt ziemlich mittig, direkt an der Flutschutzmauer liegt. Erst ging es ins Hinterland, die Tankstraße bis zum Ende durch, bis auf einige Meter ans namengebende Leuchtfeuer Bubendey-Ufer heran. Bei der Tankstrasse handelt es sich um eine Kopfsteinpflasterstraße, die größtenteils in der prallen Sonne lag.

Vormals wurde der Marathon als Rundstrecke gelaufen. Durch das dauerhafte schließen eines Fluttores wurde dies aber schwierig. So müsste eine ca. 2 Meter hohe Flutschutzmauer, an der es zwar eine Nottreppe gibt, überwunden werden. So hat der Veranstalter beschlossen, aus der Runde eine Doppelwendepunktstrecke zu machen, deren Enden nur wenige Meter auseinander liegen und sich in der Nähe des Leuchtfeuers fast treffen. Diese Strecke ist acht mal zu durchlaufen. Der Leuchtturm 'Oberfeuer Bubendey-Ufer', wie er korrekt heißt, bildet zusammen mit dem Leuchtturm 'Unterfeuer Bubendey-Ufer' die Richtfeuerlinie Bubendey-Ufer für elbaufwärts fahrende Schiffe. Diese sehen die Lichtpunkte genau in einer Linie übereinander, wenn sie korrekt in der Fahrrinne navigieren.

Die zweite Wendepunktstrecke bietet immer wieder spektakuläre Ausblicke auf  die Elbe und in angrenzende Hafenbecken. Zu Beginn muss sich der Läufer aber erst mal zwischen Wand und Geländer durchschieben, um in den Grünstreifen zu gelangen. Alternativ kann man auch eben über das Geländer klettern. Nun laufe ich auf einem schmalen Pfad, neudeutsch Singletrail. An einer Seite, die ca. 2 Meter hohe Flutschutzmauer, zur anderen Seite, der grandiose Ausblick. Hier sind wir größtenteils im Schatten der alten Pappeln, die das Ufer Säumen.

Um einen Lost-Places-Marathon handelt es sich hier, weil dieses ganze Idyll schon recht kurzfristig der Hafenerweiterung zum Opfer fallen wird.

Bei der Auslaufparade des 829. Hafengeburtstags sehen wir an Schiffen alles was Rang und Namen hat. Von Containerriesen über Kreuzfahrtschiffen, historischen Frachtschiffen und Schleppern, Dampfschiffen bis zu Großseglern. Dazu aber mehr in der Galerie!

Bei dem Hafengeburtstag handelt es sich allerdings um eine Räuberpistole. Und so lautet die Legende: Im Frühjahr 1189 macht sich Hamburgs Landesherr, Graf Adolf III. von Holstein und Stormarn, auf den Weg nach Neuburg an der Donau, wo Kaiser Friedrich Barbarossa sein Heer für einen Kreuzzug nach Palästina zusammenzieht. Adolf, ein alter Freund Barbarossas, bittet den Kaiser um weitreichende Handelsprivilegien für Hamburg. Der Kaiser geht auf den Wunsch ein. Am 7. Mai 1189 stellt Barbarossa den gewünschten Freibrief aus, der als „Geburtsschein“ für den Hamburger Hafen gilt. Aus diesem Grund wird der Hafengeburtstag immer am Wochenende nach dem 07. Mai gefeiert. Das Dokument gibt’s tatsächlich, es lagert noch heute im Hamburger Staatsarchiv. Darin steht schwarz auf weiß: „Friedrich von Gottes Gnaden römischer Kaiser. Wir machen kund jedermann gleich, den Gegenwärtigen wie den Zukünftigen, dass wir auf die Bitte unseres geliebten und getreuen Grafen Adolf von Schauenburg seinen Bürgern, die zu Hamburg wohnen, die folgenden Freiheiten schenken und gewähren.
Sie sollen mit ihren Schiffen, ihren Waren und ihrer Bemannung von der See bis zur genannten Stadt frei sein von allem Zoll und Ungeld, auf der Herreise wie auf der Rückfahrt. Weiter verleihen wir ihnen jene Freiheit, dass niemand irgendeine Burg bei ihrer Stadt bauen darf im Umkreis von zwei Meilen.“ Wie sagt man noch? Ist etwas zu schön, um wahr zu sein, dann ist es nicht wahr. Das gilt auch für diesen Freibrief. Er ist eine Fälschung. Schon die Handschrift passt nicht. Auf diese Weise wurde im 13. Jahrhundert geschrieben, aber nicht im 12. Auch das Siegel, das der Urkunde Glaubwürdigkeit verleihen soll, passt nicht. Es stammt nämlich gar nicht von Kaiser Barbarossa, sondern von dessen Enkel Friedrich II., der zwar auch Kaiser war, aber viel, viel später.Heute sind sich die Historiker sicher: Die schlitzohrigen Hamburger haben 1260 einen Fälscher beauftragt. Doch warum sollten sie so was tun? Das Motiv ist leicht erklärt: Es gab mit einem Mal Konkurrenz! 1259 hatte nämlich der Bremer Erzbischof der Stadt Stade das sogenannte Stapelrecht verliehen. Alle auf der Elbe fahrenden Schiffe mussten in Stade festmachen, ihre Waren abladen und zum Kauf anbieten. Außerdem durfte Stade Zoll verlangen. All das war für den Hamburger Hafen existenzgefährdend. Und deshalb war es für die Bewohner der Hansestadt praktisch, ein Dokument aus dem Hut zaubern zu können, das Hamburgs Pfeffersäcken Zoll- und Wegefreiheit gewährte. Und tatsächlich: Der Trick hat funktioniert. Stade gehorchte – und verlor mehr und mehr an Bedeutung, während Hamburgs Aufstieg nicht zu bremsen war. – (Quelle: mopo.de)


Startgeld: 10-15 Euro. Dafür gab's Verpflegung und Getränke (die jetzt auch umweltfreundlich in Mehrweg-Bechern), Startnummer, Medaille, Urkunde und Ergebnisliste (zeitnah abrufbar)  im Netz zum Selber ausdrucken .

Es folgen einige Statistische Informationen:
Name des Laufs: 12. Leuchtfeuer Bubendey-Ufer Marathon & HM am 13.05.2018, während der Auslaufparade des Hamburger Hafengeburtstags!

Datum: 13. Mai 2018
Streckenlänge: 42,2 km
14 Marathon + 3 HM angemeldete Teilnehmer
12 Marathon + 3HM Finisher
Schnellster Mann: Thomas Boss in 04:05:51
Schnellste Frau: Christine Schroeder in 06:21:21
Letzter Finisher nach 08:10:50 im Ziel
Frauenquote Marathon: 25%

Es grüßt ganz herzlich -
der Stulle


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